Warum Abflüsse bei Leerstand austrocknen
In jedem Siphon steht ein Wasserpfropfen, der Kanalgase im Rohr hält. Verdunstet er, weil lange niemand Wasser einlässt, entsteht freie Bahn für Gerüche aus der Leitung. Besonders trifft das Bodenabläufe im Keller, Waschbecken im Gästebad und Ablaufstellen in Gewerberäumen. Bei jedem dieser Abläufe fehlt das Sperrwasser unbemerkt, bis der erste Geruch auftaucht.
Wärme beschleunigt die Verdunstung, Zugluft und Heizungsnähe ebenfalls. Auch Waschmaschinen- und Spülmaschinen-Anschlüsse am Siphon leeren sich mit der Zeit. Der Geruch ist unangenehm, aber noch kein Schaden. Er zeigt lediglich, dass der Wasserverschluss nicht mehr dicht ist. Je trockener die Raumluft, desto schneller verschwindet der Wasserspiegel im Siphon, weshalb Ferienwohnungen und Gästebäder besonders auffallen.
So füllen Sie Geruchsverschlüsse wieder auf
Lassen Sie in jedem Waschbecken, jeder Dusche und Wanne einige Zeit Wasser laufen, bis klar abfließt. Bei Bodenabläufen gießen Sie mehrere Liter nach, damit der Verschluss wieder gefüllt ist. Betätigen Sie die WC-Spülung mehrfach und lassen Sie auch Spülmaschine und Waschmaschine einmal laufen. Beginnen Sie am besten im Keller und arbeiten sich nach oben.
Sehen Sie dabei unter das Becken, ob der Siphon dicht ist. Tritt Wasser an Verschraubungen aus, ziehen Sie sie nach. Bleibt ein muffiger Hauch zurück, kommt der Geruch aus dem Abfluss oft aus einem Siphon, der noch nicht wieder ganz gefüllt ist.
Fuchsregel nach der Abwesenheit
- Jeden Ablauf im Haus mit Wasser durchspülen.
- Bodenabläufe im Keller mehrere Liter nachfüllen.
- Auf Geruch, Gurgeln und Farbe des Wassers achten.
- Rost, Schlamm und Flusen im Ablauf entfernen.
- Bei bleibendem Geruch keine Chemie einsetzen.
Was sich im Rohr während der Pause ändert
Ohne Spülung setzen sich Fett, Seifenreste und Haare fester an die Wand. Im Siphon können Reste zu fauligem Schlamm werden. Beim ersten Wasserschwall lösen sich manchmal Brocken und treiben in engere Stellen. Das erklärt, warum ein Abfluss nach der Pause plötzlich langsamer läuft. Das ist harmlos, solange es nach kurzer Zeit wieder aufhört.
Bodenablauf und Keller gesondert prüfen
Heben Sie den Rost oder Einsatz aus dem Bodenablauf und schauen Sie nach Schlamm, Sand und Flusen. Entfernen Sie Schmutz mit Handschuhen, spülen Sie nach und achten Sie auf Geruch. Zum Reinigen des Bodenablaufs gehört, den Einsatz zu lösen und den Siphon darunter zu leeren. Wiederholen Sie das Spülen mit frischem Wasser, bis nichts Trübes mehr abläuft.
Hat ein Gebäude Hebeanlage oder Rückstauklappe, sollten Sie deren Funktion prüfen, bevor der erste Starkregen kommt. Die Technik arbeitet nur, wenn sie gewartet wird. Sehen Sie Wasser im Schacht, das nicht abgepumpt wird, ist die Anlage ein Fall für den Fachbetrieb. Eine Anlage, die monatelang stillstand, sollte vor der Wiederinbetriebnahme einen Funktionstest bekommen.
Wenn der Geruch bleibt oder Wasser steht
Riecht es nach dem Auffüllen weiter, kann ein trockener Siphon nicht die alleinige Ursache sein. Mögliche Gründe sind Beläge im Rohr, ein undichtes Stück oder eine fehlende Belüftung der Leitung. Auch ein Fremdkörper im Siphon kommt in Betracht. Eine Taschenlampe hilft beim Blick in den Siphon und in die Ablauföffnung.
Steht das Wasser nach dem Spülen oder gurgelt es in mehreren Abflüssen, ist eine Engstelle wahrscheinlich. Dann helfen Siphonreinigung und Saugglocke, und danach eine Kamera. Wenn Sie sich unsicher sind, nehmen Sie lieber keine Chemie, sondern lassen den Befund aufnehmen.
