So funktioniert die Spüldüse
Die Düse sitzt am Ende eines flexiblen Schlauchs und besitzt mehrere Bohrungen. Nach hinten gerichtete Strahlen ziehen sie wie ein kleines Raketentriebwerk durch das Rohr, nach vorn oder zur Seite gerichtete Strahlen lockern Belag. Beim Zurückholen arbeitet die Düse den Schmutz aus der Leitung heraus und spült ihn Richtung Kanal.
Es gibt verschiedene Düsenformen für Fett, Sand, Wurzelreste oder festeren Belag. Der Fachbetrieb wählt nach Rohrdurchmesser und Material. Wasser in großen Mengen ist dabei ebenso wichtig wie Druck, denn der Strom trägt gelöstes Material fort, sonst würde es einfach an anderer Stelle liegen bleiben.
Wofür sie sich eignet
Besonders gut spült sie Fett, Schlamm und Sand aus längeren Leitungen. Auch bei Ablagerungen in Grundleitungen oder in der Regenwasserführung kann sie eine Option sein, sofern das Rohr stabil ist. Bei sehr großen Querschnitten kommt ein Spülfahrzeug mit viel Wasserreserve zum Einsatz. Voraussetzung ist ein Rohr, das dem Wasserdruck standhält und einen sicheren Abfluss besitzt.
Ob statt Spülung eher eine mechanische Reinigung gewählt wird, hängt von Material und Art der Verstopfung ab. Wie sich Rohrspirale oder Spülung im Alltag unterscheiden, hängt vor allem vom Ort des Pfropfens ab. Welches Verfahren in Frage kommt, entscheidet die Fachkraft nach Ursache und Rohrart.
Fuchsregel zur Spülung
- Hochdruckgeräte nie selbst ins Abwasserrohr führen.
- Zugang zur Leitung freiräumen und Wertsachen aus dem Keller nehmen.
- Betroffene Abflüsse vorab aufschreiben und der Fachkraft nennen.
- Alte Rohre unbekannten Materials unberührt lassen.
- Nach der Spülung auf wiederkehrende Probleme achten.
Warum Hochdruck kein Heimwerkerjob ist
Ein Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt ist für Terrasse und Auto gebaut, nicht für Abwasserrohre. Im Rohr kann der Strahl zurückschlagen, alte Dichtungen herauspressen oder Spritzwasser samt Keimen austreten lassen. Bei Fallrohren im Haus drohen Wasserschäden, bei brüchigen Rohren Risse. Ein Fehler kann dabei schnell mehrere Räume oder sogar mehrere Wohnungen im Haus betreffen.
Wie Sie die Spülung vorbereiten
Der Betrieb braucht Zugang zur Leitung, zum Beispiel über einen Bodenablauf, ein Reinigungsrohr oder einen Revisionsschacht.
Räumen Sie den Bereich frei und tragen Sie empfindliche Dinge aus dem Keller. Schildern Sie vorab die auffälligen Abflüsse, dann kann die Fachkraft gezielt ansetzen. Sorgen Sie dafür, dass die Zufahrt zum Haus frei ist, falls ein Fahrzeug nötig wird.
Was nach der Spülung bleibt
Die Leitung ist danach gereinigt, aber nicht für immer geschützt. Neue Ablagerungen setzen sich wieder an, besonders wenn Fett, Sand oder Wurzeln den Weg ins Rohr finden. Kehrt das Problem zurück, ist eine Kamerafahrt der nächste Schritt. Ein Schutz vor Wiederholung entsteht erst, wenn die Ursache beseitigt ist, etwa ein Riss, eine eingewachsene Wurzel oder ein Versatz.
Im Alltag zählen kleine Gewohnheiten: Fettreste in den Restmüll, ein Sieb im Ablauf, Tücher nicht ins WC. Gegen Wurzeln schützt die Spülung nur vorübergehend, weil sie nachwachsen. Gegen Wurzeln im Abwasserrohr helfen dann Fräsen oder eine Sanierung. Beides lässt sich nach einer Kamerafahrt viel gezielter planen und vergleichen.
