Wie läuft eine Kamerafahrt ab?
Der Fachbetrieb führt eine flexible Schiebekamera über einen Zugang ins Rohr, etwa über eine Reinigungsöffnung im Keller. Bei größeren Leitungen kommt eine fahrbare Satellitenkamera zum Einsatz. Ein Licht am Kamerakopf leuchtet das Rohr aus, und das Bild erscheint live auf einem Monitor.
Welche Befunde sind typisch?
Auf dem Bild sieht man Ablagerungen an der Rohrwand, Fett, Kalk und Reste, die den Querschnitt verengen.
Dazu kommen Fremdkörper wie Feuchttücher oder Spielzeug, Wurzeln, die durch Muffen wachsen, und Risse in älteren Rohren. Auch Versatz an Verbindungen fällt auf, wenn zwei Rohrenden nicht fluchten.
Fuchsregel zur Kamerafahrt
- Anlass klären: wiederkehrende Verstopfung, Geruch oder Hauskauf.
- Zugang zur Leitung frei räumen, etwa die Reinigungsöffnung.
- Video und Bilder des Befunds mitgeben lassen.
- Datum und Streckenangaben im Protokoll vermerken.
- Unterlagen für Vermieter, Hausverwaltung oder Versicherung aufbewahren.
Wann ist eine Inspektion sinnvoll?
Wiederkehrende Verstopfungen am selben Abfluss sind der klassische Anlass. Wenn eine Reinigung nur kurz hilft, will man wissen, was im Rohr steckt. Auch vor einem Hauskauf, bei Feuchtflecken im Keller ohne erkennbare Ursache oder bei Geruch aus der Grundleitung ist ein Blick ins Rohr sinnvoll.
Ebenso sinnvoll ist die Kamera nach einer Reinigung, um zu sehen, ob das Rohr wieder frei ist. Das gilt besonders für den Leitungsweg vom Haus zum Kanal, wenn die Grundleitung geprüft werden soll. Eine Kamera ersetzt keine Reparatur, sie liefert die Grundlage für Entscheidungen. Wer vor dem Termin weiß, welche Abflüsse betroffen sind, hilft der Fachkraft, den richtigen Zugang zu wählen.
Was leistet die Leitungsortung dazu?
Am Kamerakopf sitzt oft eine Sonde, die ein Signal aussendet. Mit einem Ortungsgerät oberhalb des Bodens findet die Fachkraft die Stelle und kann Tiefe und Verlauf des Rohrs bestimmen. So lässt sich ein Befund im Garten oder unter dem Boden markieren, statt wahllos zu suchen.
Das hilft bei der Planung von Reparaturen, weil der Aufwand eingegrenzt wird. Auch Rohre, deren Verlauf unbekannt ist, lassen sich nachvollziehen. Bei Rohrkamera und Leitungsortung sendet eine Sonde am Kamerakopf ein Signal, das ein Ortungsgerät oberirdisch aufnimmt.
Wie nutze ich die Aufnahmen weiter?
Lassen Sie sich Video und Bilder geben, am besten mit Angaben zu Ort und Länge der Strecke im Protokoll. Mit diesen Unterlagen lassen sich Reparaturen planen und Angebote vergleichen. Auch Vermieter und Hausverwaltung verstehen anhand des Bildes schneller, wo das Problem liegt.
