Was in den scharfen Reinigern steckt
Die Mittel arbeiten mit stark ätzenden oder aggressiv oxidierenden Stoffen. Sie greifen Fett und Seifenbeläge an, bei Haaren wirken sie dagegen nur an der Oberfläche, und alles andere im Rohr greifen sie gleich mit an. Das Gefahrenpiktogramm auf der Flasche steht nicht ohne Grund dort. Selbst vermeintlich milde Varianten tragen Warnhinweise, und die Dosierung auf der Flasche lässt wenig Spielraum für Fehler.
Was sie mit Rohren und Dichtungen machen
Die Wirkstoffe greifen nicht nur den Pfropfen an.
Gummidichtungen quellen oder verhärten, Kunststoffe werden spröde, manche Metalle korrodieren. In alten Leitungen, etwa Gussrohren, schwächen sie die Wand. Das Ergebnis kann ein neues Problem sein, das später deutlich mehr Aufwand braucht. Besonders empfindlich reagieren ältere Armaturen, Gummimanschetten und dünne Kunststoffrohre auf wiederholten Kontakt.
Fuchsregel gegen Rohrchemie
- Zuerst Siphon reinigen und Saugglocke nutzen.
- Nie zwei Reiniger oder Essig mischen.
- Nach Chemie im Ablauf den Siphon nicht öffnen.
- Eingesetzte Mittel dem Fachbetrieb nennen.
- Sieb im Ablauf und Fett im Restmüll.
Warum sie gegen manche Pfropfen nichts ausrichten
Haarknäuel, Tücher, Fremdkörper und feste Fettklumpen sprechen schlecht auf Chemie an. Dort, wo das Mittel nicht hinkommt oder zu schnell abfließt, bleibt der Pfropfen sitzen. Bei stehendem Wasser verdünnt sich das Präparat zusätzlich, die Wirkung sinkt. Ein Reiniger, der in einem vollen Siphon steht, hat zudem kaum Kontakt zur eigentlichen Engstelle, die oft weiter unten im Rohr sitzt.
Wenn das Wasser nach dem Einsatz weiter steht, ist der Ablauf nicht frei, aber gefährlicher geworden. Dann sind Saugglocke oder Siphonreinigung die falsche Reihenfolge, denn Spritzer lassen sich nicht ausschließen. Besser ist es, vorher auf milde Wege zu setzen, etwa auf die Hausmittel gegen verstopfte Abflüsse, die bei leichten Belägen einen Versuch wert sind. Das schont Sie und das Rohr.
Bessere Wege bei einem trägen Abfluss
Beginnen Sie damit, den Siphon zu reinigen: Eimer darunter, abschrauben, ausleeren. Danach hilft häufig die Saugglocke, die man mit etwas Übung richtig benutzt. In der Dusche holen Sie Haare mit der Hand aus dem Ablauf. Beide Handgriffe sind unkompliziert und mit Eimer und Lappen erledigt, solange keine Chemie im Rohr steht.
Vorbeugen funktioniert ebenfalls ohne Chemie: Sieb im Ablauf, Fett in den Restmüll, Tücher in den Mülleimer. Bei Fett in der Küche hilft heißes, nicht kochendes Wasser. Diese Schritte kosten wenig Mühe und schonen Rohre, Haut und Umwelt zugleich. Wer dauerhaft ohne Chemie auskommen möchte, fährt mit Gewohnheiten besser als mit jedem Produkt aus dem Regal.
Wenn doch Reiniger im Rohr steht
Haben Sie bereits ein Mittel verwendet, sagen Sie das unbedingt der Fachkraft. Sie schützt sich dann beim Öffnen und wählt das Vorgehen entsprechend. Lüften Sie den Raum und öffnen Sie nichts mehr am Ablauf.
