Warum ist Kaffeesatz im Abfluss so tückisch?
Kaffeesatz besteht aus feinen Körnchen, die im Wasser kaum aufquellen und sich deshalb scheinbar problemlos wegspülen lassen. In der Praxis sinkt er ab, sammelt sich im tiefsten Punkt des Siphons und verbindet sich dort mit Fettresten zu einer dichten Schicht.
Schicht für Schicht wächst daraus ein fester Schlamm, der den Siphon füllt und den Wasserdurchfluss bremst. Weil jede einzelne Menge klein wirkt, fällt der Effekt lange nicht auf. Erst wenn das Becken träge abläuft, merkt man, wie viel sich angesammelt hat. Dann sitzt die Masse bereits fest an Wand und Tauchrohr und lässt sich nicht mehr einfach wegspülen.
Was passiert mit Reis, Nudeln und Gemüse?
Reis und Nudeln saugen Wasser auf und quellen im Rohr weiter auf. Aus wenigen Resten wird ein Klumpen, der sich in Siphon oder Rohrbogen verklemmt. Dasselbe gilt für Brotreste, Haferflocken und Couscous, die zu einem zähen Brei werden. Kleben Fett oder Soße daran, haften sie noch fester an der Wand.
Fuchsregel für die Spüle
- Kaffeesatz und Speisereste in den Bio- oder Restmüll geben.
- Teller und Töpfe vor dem Spülen auswischen.
- Feines Sieb im Becken einsetzen und nach dem Kochen leeren.
- Nudel- und Reiswasser nicht samt Resten ausgießen.
- Bei trägem Ablauf zuerst den Siphon prüfen.
Wohin gehören Kaffeesatz und Speisereste?
Kaffeesatz, Schalen und Speisereste kommen in den Biomüll oder, wo es keine Biotonne gibt, in den Restmüll.
Trocknen Sie größere Mengen kurz auf einem Küchenpapier, dann tropft nichts. Ein kleiner Behälter neben der Spüle macht die Gewohnheit einfach.
Hilft ein Abflusssieb wirklich?
Ein Sieb mit feiner Lochung fängt Krümel, Schalen und Teeblätter zuverlässig ab. Es muss nach jedem Kochen geleert werden, sonst staut sich das Wasser im Becken. Ein Sieb, das zugewachsen ist, schützt nicht mehr, sondern wird selbst zur Engstelle.
Kaffeesatz gelangt trotzdem durch die Löcher, wenn man ihn ausspült. Hier hilft nur das Abkippen in den Müll vor dem Spülen. Das kostet kaum Aufwand. Mit Sieb und dieser Gewohnheit bleibt der Siphon über lange Zeit weitgehend frei, und die Reinigung wird zum gelegentlichen Handgriff statt zur Notlösung.
Was, wenn der Pfropfen schon da ist?
Läuft das Becken bereits träge ab, öffnen Sie den Siphon über einer untergestellten Schüssel und kippen den grauen Satzschlamm aus. Waschen Sie Tauchrohr und Becher mit der Bürste sauber, denn dort haftet der Satz am hartnäckigsten. Wer den Siphon reinigt, schraubt ihn danach handfest wieder an und lässt Wasser zur Probe laufen. Oft reicht das, wenn sich Kaffeesatz und Reste noch im Siphon befinden.
Sitzt der Klumpen tiefer im Rohr, hilft kein Nachgießen von Wasser. Verwenden Sie keine chemischen Rohrreiniger. Nutzen Sie die Spüle sparsam und lassen Sie eine Fachkraft mit Maschine und Kamera nachsehen.
