Warum kleine Reste große Folgen haben
Ein einzelnes Haar ist harmlos, doch im Rohr verhaken sich Haare mit Seifenresten zu einem Knäuel.
Dort bleibt weiteres hängen, bis der Querschnitt eng wird. In der Küche wirken Fett und Speisereste ähnlich: Sie kühlen im Rohr ab und bilden Schichten. Selbst ein gepflegtes Bad sammelt auf diese Weise Woche für Woche mehr Material im Rohr an.
Welches Sieb in welchen Ablauf passt
In der Dusche und Wanne eignen sich feinmaschige Haarsiebe, die flach im Ablauf liegen oder aufgesetzt werden. Sitzt schon ein Knäuel im Ablauf, lassen sich Haare im Duschabfluss meist von Hand entfernen. In der Spüle genügt ein Korbsieb, das Gemüsereste und Nudeln zurückhält. Wichtig ist, dass das Sieb den gesamten Ablauf abdeckt, sonst rutschen Haare am Rand vorbei.
Achten Sie auf Größe und Sitz: Ein Sieb, das verrutscht, taugt nichts. Edelstahl hält länger als dünner Kunststoff und lässt sich leichter reinigen. Für Bodenabläufe im Keller gibt es Einsätze mit Schlammfang, die Sand und Flusen auffangen und vom Rohr fernhalten. Vor dem Kauf lohnt das Nachmessen von Durchmesser und Tiefe des Ablaufs.
Fuchsregel fürs Sieb
- In jedem Ablauf ein passendes Sieb einsetzen.
- Das Sieb nach Gebrauch trocken leeren.
- Haare in den Restmüll, nie ins WC.
- Siebe gelegentlich in warmem Wasser abbürsten.
- Defekte oder verbogene Siebe sofort ersetzen.
Wie Sie das Sieb pflegen
Ein volles Sieb nützt nichts, es muss regelmäßig geleert werden. Haare am besten trocken entfernen und in den Restmüll geben, nicht in die Toilette. Bei der Spüle den Inhalt in den Biomüll kippen und das Sieb kurz unter dem Wasserhahn reinigen. Bei der Wanne sollten Sie auch den Überlauf nicht vergessen, der ebenfalls Haare einsammelt.
Kalk und Seife setzen sich mit der Zeit in den Löchern fest. Legen Sie das Sieb gelegentlich in warmes Wasser mit etwas Spülmittel und bürsten Sie es ab. Verbogene oder angerostete Exemplare ersetzen Sie. Ein intaktes Sieb hält Schmutz zurück, ein defektes lässt ihn durch.
Was sonst noch vorbeugt
Fett gehört nicht in den Ausguss, sondern abgekühlt in den Restmüll. Erkaltet es erst im Rohr, wächst daraus der Belag, den man von Fett im Abfluss kennt. Auch Kaffeesatz bildet im Rohr feste Schichten, genau wie Kaffeesatz und Essensreste im Ausguss insgesamt. Hinter beiden Gewohnheiten steckt derselbe Gedanke: Nur was nicht ins Rohr gelangt, muss dort nicht wieder herausgeholt werden.
Wo Siebe an ihre Grenzen kommen
Ein Sieb schützt vor Alltagsschmutz, nicht vor Wurzeln, Rost oder Versatz in der Leitung.
Auch Rückstau aus dem Kanal bei Starkregen lässt sich damit nicht verhindern. Wenn trotz sauberem Sieb Wasser steht, liegt die Ursache tiefer. Gleiches gilt für Fremdkörper, die durch das Sieb rutschen oder gar nicht erst im Sieb landen, etwa Spielzeug oder Schmuck.
