Wo dringt Wasser bei Starkregen ein?
Wasser nimmt drei Wege ins Haus. Von oben fließt es über Dach und Fallrohre, von außen über Lichtschächte, Kellertreppen und Türschwellen, von unten drückt es aus dem Kanal durch Abläufe zurück. Jeder Weg hat andere Gegenmaßnahmen, und ein Rundgang mit diesen drei Wegen im Kopf deckt die meisten Schwachstellen auf.
Was prüfe ich an Dach, Rinne und Fallrohr?
Verstopfte Rinnen laufen über und leiten das Wasser an der Fassade entlang in Richtung Keller. Entfernen Sie Laub, Moos und Schmutz aus Rinnen und Einläufen und prüfen Sie, ob die Fallrohre frei sind. Steckt bereits Laub im Fallrohr, hilft ein Blick auf die richtigen Handgriffe, bevor der Regen einsetzt.
Arbeiten auf Leitern und am Dach sind gefährlich. Lassen Sie hohe Stellen von einem Fachbetrieb prüfen, statt selbst zu klettern. Achten Sie außerdem darauf, dass das Regenwasser nicht direkt am Mauerwerk versickert, sondern mit Abstand zum Haus abgeleitet wird.
Fuchsregel vor dem Regen
- Rinnen, Fallrohre und Hofabläufe von Laub und Schmutz befreien.
- Bodenabläufe reinigen und Geruchsverschlüsse mit Wasser füllen.
- Rückstausicherung regelmäßig kontrollieren, nach Herstellerangabe warten lassen.
- Wertsachen und Dokumente im Keller erhöht oder wasserdicht lagern.
- Notfallplan aufschreiben: Stromverteiler, Ansprechpersonen im Haus, Dokumente.
Wie sichere ich Keller, Lichtschächte und Türen?
Lichtschächte sind eine typische Eintrittsstelle für Wasser. Abdeckungen aus Kunststoff oder Metall, die dicht auf dem Schacht sitzen, halten Wasser draußen. Prüfen Sie, ob der Schacht eine Entwässerung hat und diese nicht zugesetzt ist. Kellertüren und -fenster profitieren von Schwellen oder mobilen Barrieren, die sich schnell einsetzen lassen.
Lagern Sie nichts Wertvolles direkt auf dem Kellerboden. Regale mit Abstand zum Boden, wasserdichte Boxen für Dokumente und erhöht montierte Steckdosen sparen im Ernstfall Nerven. Heizungs- und Stromverteiler sollten möglichst hoch sitzen. Änderungen an der Elektrik gehören in die Hand von Elektrofachkräften.
Was gilt für Abläufe und Rückstau?
Bodenabläufe und Kellerabgänge unterhalb der Rückstauebene brauchen als Rückstausicherung einen Rückstauverschluss oder eine Hebeanlage; die Norm DIN 1986-100 samt DIN EN 12056 beschreibt dazu die Anforderungen. Entscheidend ist, dass jemand regelmäßig nach ihr sieht und die Wartung im Rhythmus der Herstellerangabe erfolgt. Eine Rückstauklappe ist nur eine Bauart des Rückstauverschlusses; wer die Rückstauklappe prüft, entfernt Schlamm von Dichtung und Klappe.
Reinigen Sie vor Regenperioden Bodenabläufe und Schmutzeimer und füllen Sie die Geruchsverschlüsse mit Wasser. Halten Sie außerdem Abflüsse im Hof und vor der Garage frei von Laub. Das verkleinert das Risiko, dass Wasser über die Fläche in Richtung Haus läuft.
Was tue ich, wenn Wasser im Haus steht?
Drehen Sie im Haus alle Wasserhähne zu und spülen Sie nicht mehr, sonst strömt zusätzliches Abwasser nach. Berühren Sie keine Elektrogeräte, solange Wasser auf dem Boden steht, und gehen Sie nicht durch tiefes Wasser im Keller. Bringen Sie Personen und wichtige Dinge in höhere Etagen.
